Deutsche Emissionshandesstelle des Umweltbundesamt (DEHSt) erteilt die Genehmigung zum Emissionshandelsprojekt für Gebäudesanierer


Emissionshandelszertifikate dürfen generiert und verkauft werden

Bebra, 21. Juni 2012 - Hauseigentümer, die zukünftig ihre Eigenheime energetisch dämmen und eine neue Heizung einbauen, können sich hoffentlich bald über eine neue Zuschussquelle freuen. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) des Umweltbundesamtes (UBA) hat dem Projektantrag des Landesinnungsverband Schornsteinfegerhandwerk Hessen (LIV), nach einem zweijährigem Genehmigungsverfahren, bereits im März zugestimmt. Aus diesem Anlass stellte der LIV das Projekt auf der Woche der Umwelt vom 5.-6. Juni im Garten von Schoss Bellevue in Berlin vor.

Das Projekt sieht vor, dass sich Gebäudeeigentümer ihre durch Sanierung eingesparten CO2-Mengen zertifizieren lassen können. Die Zertifikate werden gesammelt und im Rahmen des Emissionshandels verkauft. Die Erlöse werden dann wieder an die Hauseigentümer zurück geführt. Dankbare Abnehmer wären beispielsweise Stromerzeugungsunternehmen, welche durch die Zertifikate der Hauseigentümer ihre CO2-Minderungsverpflichtungen decken können, aber auch Institutionen welche Ihre Veranstaltungen CO2-neutral gestalten möchten.

Trotz der zuletzt stark gefallenen Preise für CO2-Zertifikate sieht der LIV gute Aussichten für eine Praxisumsetzung des Projektes. „Insbesondere der kommunikative Charakter ist eine Stärke unseres Projektes. Die Gebäudesanierer freuen sich über eine Anerkennung für ihren Einsatz für den Klimaschutz.“, so Alexander Prinz.

Beim hessischen Schornsteinfegerverband freut man sich über den Etappensieg. „Wir haben in den Reihen unserer Schornsteinfeger viele Gebäudeenergieberater, die schon lange mithelfen, die hohen CO2-Emissionen in Bestandsgebäuden, ca. 40 Prozent der deutschen Gesamtmenge, zu reduzieren. Um noch mehr Anreize zum Energie sparen zu schaffen, entwickelten wir die Idee des Emissionshandels für private Haushalte.“, so Hans- Werner Schech, Landesinnungsmeister des hessischen Schornsteinfegerhandwerks.

Der Schornsteinfegerverband musste eine detaillierte Projektbeschreibung erarbeiten und diese vom TÜV-Rheinland validieren lassen. Hierbei war, sicher zu stellen, dass nur CO2-Einsparungen zertifiziert werden, die aufgrund des Projektes generiert werden. „Wir haben auch diese Hürde gemeistert und die rechtlichen Grundlagen für einen Handel mit Zertifikaten durch Gebäudesanierungen geschaffen.“ so Harry Kieper, Vorstand Technik des LIV. „Ob das Projekt erfolgreich sein wird, entscheiden die Gebäudeeigentümer und nicht zuletzt der Preis für die Tonnen CO2. Denn die Erlöse aus dem Emissionshandel tragen dazu bei, dass die erheblichen Kosten einer Gebäudesanierung gemindert werden.“ Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) sieht in dem Konzept Potential und fördert das Projekt.

Hintergrund

Zum Jahreswechsel läuft die zweite Handelsperiode des europäischen Emissionshandels aus. Eine Verknappung der Zertifikate zur dritten Handelsperiode und damit verbundene Preissteigerungen unterliegen politischen Entscheidungen. Zudem gibt es bisher keine Novelle für das Projektmechanismengesetz (ProMechG) welches die flexiblen Mechanismen, zu denen das Projekt EmSAG zählt, für die Bundesrepublik Deutschland regelt. Aus diesem Grund ist die Genehmigung vorerst bis zum Jahreswechsel beschränkt. Der LIV ist diesbezüglich aber optimistisch. „Es gibt positive Signale aus eingeweihten Kreisen“, so Alexander Prinz.

Das Projekt EmSAG (Emissionshandel durch Schornsteinfeger) wird seit mehreren Jahren von Landesinnungsmeister Hans-Werner Schech, Bezirksschornsteinfeger- meister Harry Kieper und Dipl-Ing. Alexander Prinz, betreut.
 Weitere Informationen unter: www.emsag.org

Weiterführende Informationen zum herunterladen

Dateiname / Beschreibung Typ, Größe  mit ISDN  mit DSL
Modellprojekt EmSAG Abschlussbericht 2008
pdf, 9,8 MB ~ 21 Min. ~ 1 Min.
Bremer Energie Institut Abschlussbericht 2008
pdf, 460 kB ~ 59 Sek. ~ 4 Sek.
Diskussionspapier Zukunft flexible Mechanismen
pdf, 138 kB ~ 18 Sek. ~ 2 Sek.
PDD - Project Design Document_EmSAG
pdf, 541 kB ~ 1 Min. ~ 5 Sek.
Abschlussbericht EmSAG 2.0 2012
pdf, 1,04 MB ~ 2 Min. ~ 9 Sek.

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